Notizie
 


Vedi anche: tutti gli aggiornamenti di "Pagine corsare" da ottobre 1998 
.
..
"Pagine corsare"
Notizie

Pier Paolo Pasolini:
Theater, Film, Kulturkritik
29. – 30. November 2005
Künstlerhaus Mousonturm
Johann Wolfgang Goethe-Universität, Campus Westend, Casino 1.802
Frankfurt am Main

DAS PROGRAMM
29-30 novembre 2005
Eine Veranstaltung des Istituto Italiano di Cultura, Frankfurt/M
Curatore Gaetano Biccari

In Zusammenarbeit mit dem Künstlerhaus Mousonturm, dem Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft und Institut für Romanische Sprachen und Literaturen der J. W. Goethe-Universität, der Galerie Carloni SpazioArte, Frankfurt/M., 3sat/ZDF und Centro Studi - Archivio Pier Paolo Pasolini, Bologna. 
Unter der Schirmherrschaft und mit freundlicher Unterstützung des Amtes für Wissenschaft und Kunst der Stadt Frankfurt am Main. 
Mit freundlicher Unterstützung der Vereinigung von Freunden und Förderern der J. W. Goethe-Universität und der Stiftung zur Förderung der internationalen wissenschaftlichen Beziehungen der J. W. Goethe-Universität.
Kurator: Gaetano Biccari (Universität Frankfurt/M.)
.
Pier Paolo Pasolini (1922-1975) ist heute einer der meistgespielten Dramatiker des italienischen Theaters, wobei neben seinen Stücken auch seine Gedichte, Prosa und Filme immer wieder zu spannenden Bühnenarbeiten inspirieren. Zwei seiner sechs „bürgerlichen Tragödien“ wurden auf Deutsch uraufgeführt (Affabulazione, Graz 1973; Der Schweinestall, Düsseldorf 1988) und doch ist sein Theaterwerk im deutschen Sprachraum so gut wie unbekannt. Als unorthodoxer Kommunist aus der KP ausgeschlossen und im Glauben an die Kraft des Heiligen und des Profanen vor allem die katholische Kirche kritisierend, ist Pasolini ein jenseits ideologischer Dogmen radikaler und höchst aktueller Denker. Mit seinem schriftstellerischen, theatralen und filmischen Oeuvre bleibt er ein Protagonist der Zeit, die von 1945 über seinen Tod hinaus reicht, so dass sein vielfältiges Schaffen uns noch heute beunruhigende Fragen stellt. Zum Anlass des 30. Todestages des Autors beschäftigt sich am 29. und 30. November 2005 im Künstlerhaus Mousonturm und in der J. W. Goethe-Universität die internationale Konferenz Pier Paolo Pasolini: Theater, Film, Kulturkritik mit verschiedenen theatralen Aspekten seines Werkes. Aus der Perspektive von Pasolinis Umgang mit dramaturgischen Mitteln und mit dem Theatermedium soll auch die Wechselbeziehung mit den anderen Künsten und Tätigkeitsfeldern (wie z. B. Malerei und Musik, Roman und Kulturkritik) in seinem Werk beleuchtet werden. Die Konferenz  ist in drei Sektionen unterteilt (I. Theatertheorie und –praxis; II. Drama, Mythos, Theatralität; III. Intermedialität), die jeweils drei Vorträge und eine Diskussion beinhalten. Die Veranstaltung soll sich nicht in einem wissenschaftlichen Diskurs über Pasolinis Beziehung zum Theater erschöpfen, sondern die Möglichkeit zu konkreten theater- und medienästhetischen Erfahrungen bieten. In diesem Sinne findet der größte Teil des Events im Mousonturm statt, in dessen Räumen auch das Gastspiel Orgia der Theatergruppe teatri di vita aus Bologna sowie Filmvorführungen, Ausstellungen und Publikumsgespräche auf dem Programm stehen. 
.
Das Gastspiel Orgia bietet mit einer konkreten Theatererfahrung an beiden Abenden eine Erweiterung des diskursiven Horizontes, den die Vorträge und Gespräche des Tages eröffnen werden. Die Inszenierung des 1968 von Pasolini selbst uraufgeführten Stückes von dem Theater- und Filmregisseur Andrea Adriatico ist eine gelungene Begegnung mit einem immer noch sehr umstrittenen Drama. Nach der zweiten und letzten Aufführung von Orgia findet im Mousonturm ein Publikumsgespräch mit den Schauspielern und Stefano Casi statt. 
.
Die Konferenz wird von einer Videostation von hohem dokumentarischen Wert im Foyer des Mousonturms begleitet. Aus den Archivbeständen des Centro Studi – Archivio Pier Paolo Pasolini, Bologna, stammt die audiovisuelle Videomontage der Fotos und der gesamten Audioaufnahme der Uraufführung von Orgia (in der Inszenierung von Pasolini mit Laura Betti und Luigi Mezzanotte, Turin 1968), die in dieser Form ihre absolute Deutschland-Premiere erlebt. Ein Beleg für die ästhetische Brisanz der aktuellen Pasolini-Theaterrezeption liefert das DVD-Videomaterial aus der Pasolini-Trilogie (Pylades, Der Schweinestall, Bestia da stile, 2000-2004) des neapolitanischen Regisseurs Antonio Latella. 
.
Die Vorträge der Konferenz werden in deutscher und italienischer Sprache gehalten. Für die beiden italienischen Vorträge wird eine deutsche Übersetzung des Vortragstextes vorgelegt. Die auf die Vorträge folgenden Diskussionen sowie das Publikumsgespräch werden von G. Biccari und S. Heymann konsekutiv übersetzt.
 

PROGRAMM

Dienstag, 29.11.2005

Künstlerhaus Mousonturm, Studio
I. Theatertheorie und -praxis 
Moderation: Gaetano Biccari (Universität Frankfurt)

15.00 – 15.30 Begrüßung: Piero Di Pretoro (Leiter des Istituto Italiano di Cultura, Frankfurt/M.)
Lesung eines Kurztextes von Dacia Maraini übersetzt und vorgelesen von Sabine Heymann

15.30 – 16.15  Stefano Casi (Leiter von teatri di vita, Bologna), Il “nuovo teatro” di Pasolini Italienisch mit deutscher Übersetzung

16.15 – 16.30 Pause 

16.30 – 17.15 Helga Finter (Universität Gießen), Pasolinis Utopie eines Theaters der Poesie zwischen Kopf und Leib

17.15 – 17.30  Essere morti o essere vivi è la stessa cosa. Kurzfilm von Gianluigi Toccafondo 
Einführung: Serena Carloni (Galerie Carloni SpazioArte, Frankfurt/M.)

17.30 – 18.15 Ugo Volli (Universität Turin), “Sopra o sotto”. Analisi semiotica di una distopia teatrale
Italienisch mit deutscher Übersetzung 

18.15 – 18.30     Pause

18.30 – 19.15   DER SANFTE RADIKALE - Pier Paolo Pasolini. Film von Henning Burk, Bettina 
Oberhauser und Boris von Brauchitsch (3sat/ZDF)

20.00 Gastspiel

Orgia (teatri di vita). Regie: Andrea Adriatico -  Italienisch mit deutschen Untertiteln

Mittwoch, 30.11.2005

Johann Wolfgang Goethe-Universität, Campus Westend, Casino 1.802
II. Drama, Mythos, Theatralität
Moderation: Hans-Thies Lehmann (Universität Frankfurt)

10.00 – 10.45 Gaetano Biccari, Bestia da stile: die Tragödie des Intellektuellen 

10.45 – 11.30 Sabine Heymann (Universität Gießen), Il sogno di una cosa.  Pasolinis Theater auf Italiens und Deutschlands Bühnen – eine zögerliche Rezeption 

11.30 – 12.00 Pause

12.00 – 12.45 Patrick Primavesi (Universität Frankfurt), Die Gewalt des Theaters in Pasolinis ‚Antiken’-Filmen 

12.45 – 13.30  Friedrich Wolfzettel (Universität Frankfurt), Teorema: „Theater der Stille“ im Schnittpunkt der Traditionen 

Künstlerhaus Mousonturm, Studio

III. Intermedialität
Moderation: Günther Heeg (Universität Leipzig)

15.30 – 16.15 Klaus Wagenbach (Verlag Wagenbach, Berlin), Pasolinis Freibeuterschriften: Ihre Geschichte und ihre Wirkung 

16.15 – 17.00   Elisabeth Oy-Marra (Universität Mainz), Malerei und Tableau in La ricotta

17.00 – 17.15  Pause

17.15 – 17.30 Essere morti o essere vivi è la stessa cosa. Kurzfilm von Gianluigi Toccafondo 

17.30 – 18.15 Martin Zenck (Universität Bamberg), Das Heilige, die Gewalt und die Musik in Pasolinis Filmen

18.15 – 19.00   Abschlussdiskussion

20.00  Gastspiel

Orgia (teatri di vita). Regie: Andrea Adriatico - Italienisch mit deutschen Untertiteln

talkART im Anschluss an die Vorstellung

Begleitend zur Veranstaltung in den Räumen des Mousonturms 

Videostation: 
Audio-Videomontage mit Bild- und Tonmaterial aus Pier Paolo Pasolinis Inszenierung von Orgia, Turin 1968; DVD-Videomaterial aus Antonio Latellas Pasolini-Theatertrilogie, 2002-2004.

---------
„Orgia“ – 1968 von Pasolini selbst uraufgeführt - ist eine der sechs 1965 von ihm geschriebenen „Tragedie in versi“. Eine Frau und ein Mann („Donna“ und „Uomo“) sind die Protagonisten des an Ostern spielenden Stückes. Wie bei einem rituellen Opferakt leben sie ihre Neigungen im sado-masochistischen Exzess aus und quälen sich gegenseitig zu Tode, um auf den Kern ihrer Existenz zu stoßen. „Orgia“ ist Pasolinis rebellischer Versuch, in einer heillos entwurzelten Gesellschaft das Sakrale zurückzugewinnen, ein Plädoyer für die Andersartigkeit. Mit dem wütenden Pathos eines Außenseiters und Rebellen will Pasolini sich der Vereinheitlichung widersetzten und dem entleerten Leben seine Würde und Poesie wiedergeben. [Teatri di Vita - Regie: Andrea Adriatico]

---------
Künstlerhaus Mousonturm - Johann Wolfgang Goethe-Universität, Campus Westend, Casino 1.802 - Frankfurt am Main
Fon +49 (0) 69 / 40 58 95 - 20
Fax +49 (0) 69 / 40 58 95 - 40
info@mousonturm.de
www.mousonturm.de

 


Pier Paolo Pasolini: Theater, Film, Kulturkritik
Frankfurt am Main
 

Vai alla pagina principale